Erektionsstörungen

Beginnen wir mit der erektilen Dysfunktion. Der Mann möchte mit einer Frau schlafen und kann es nicht, weil der Penis nicht versteift. So eine Situation ist häufig mit Scham verbunden: Man fürchtet, als Mann ausgelacht zu werden, der Frau nicht zu genügen. Kommen solche Situationen häufig vor, so kann darunter trotz der Möglichkeit der Insemination und trotz gesunder Spermien des Mannes auch der Kinderwunsch eines Pärchens leiden. Der Mann bekommt eventuell derart große Versagensängste, dass er die Versuche einer Penetration einstellt; er weigert sich aus Scham, zum Arzt zu gehen und eine In-Vitro-Fertilisation kommt für ihn auch nicht in Frage. Verletzt zieht er sich zurück! Was nun? Bevor Antworten auf diese Frage versucht werden, gilt es, noch einige Grundlagen zu klären.

Der Penis — ein sensibles Körperteil
Wichtig für die Erektionsfähigkeit des Penis sind dessen Schwellkörper. Sie füllen sich bei einer Erektion mit Blut, wodurch der Penis dicker und länger wird und sich gleichzeitig aufrichtet. Dies soll natürlich bei sexueller Erregung geschehen, kann aber auch aufgrund anderer Ursachen passieren, etwa durch Stimulation mit der Hand (auch ohne sexuelle Fantasien) oder durch enge Kleidung. Im Normalfall entstehen Erektionen durch Reize, die über die Sinne wahrgenommen werden und über die Nerven ins Gehirn und in das Rückenmark gelangen. Sie senden Signale an Muskelfasern, die an den Gefäßen sitzen, und nun verstärkt Blut in den Penis leiten. Diese Muskelfasern gehen, um ihre Aufgabe zu erfüllen, von einem angespannten in einen entspannten Zustand über. Dafür verantwortlich sind Stoffe wie etwa Prostaglandin, ein Gewebshormon. Das stärker in den Penis fließende Blut drückt die Adern, aus denen das Blut normalerweise aus dem Penis wieder abfließt, an das Bindegewebe, wodurch diese vorübergehend geschlossen werden. Der Penis schwillt an, richtet sich auf, was noch durch einen Muskel an der Rückseite des Penis gefördert wird.

Ursachen für Erektionsstörungen
Generell kann man bei Erektionsstörungen von physischen und psychischen Ursachen sprechen; was genau als Ursache in Frage kommt, kann nur ein Urologe abklären. Mögliche physische Ursachen für eine erektile Dysfunktion sind beispielsweise:

Geschädigte Arterien
Arterien können etwa durch Bluthochdruck oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) geschädigt werden. Die Blutzufuhr in den Penis ist gestört. Die Schädigungen können auch zum Herzinfarkt oder zum Schlaganfall führen.

Erkrankte Nerven
Da die Nerven für eine Erektion wichtige Signale weiterleiten, kommt auch eine Nervenstörung als Ursache in Betracht.

Hormonstörungen
Für die männliche Sexualität wichtig ist beispielsweise das Hormon Testosteron. Ein Testosteronmangel kann ebenfalls Grund für eine erektile Dysfunktion sein.

Als psychische Ursachen für eine Erektionsstörung kommen beispielsweise Stress und Versagensängste in Betracht. Mitunter funktioniert die Erektion in solchen Fällen, wenn man sich selbst befriedigt, nicht jedoch, wenn man Geschlechtsverkehr anstrebt.

Abhilfe schaffen!
Mag man sich auch mitunter sehr stark schämen, der Gang zum Arzt ist ein sehr wichtiger Weg. Nur er kann Ihnen die richtigen Ursachen für Ihre erektile Dysfunktion nennen. Bei körperlichen Ursachen ist es noch wichtiger, einen Arzt einzuschalten. Hier kann die Erektionsstörung — wie bereits beschrieben — auch Vorstufe eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes sein. Hormonmangel lässt sich etwa mit einer Hormonbehandlung ausgleichen. Bei Nervenerkrankungen ist die Erektionsstörung nur ein Symptom einer zugrunde liegenden Krankheit, die ebenfalls unbedingt behandelt werden muss. Und bei erkrankten Gefäßen kann beispielsweise mit Mitteln der Gefäßchirurgie Abhilfe geschaffen werden. Daneben kann man nach Absprache mit dem Arzt auch gefäßaktive Substanzen in die Schwellkörper injizieren, um den Penis auf diese Weise anschwellen zu lassen. Oder es werden Penisprothesen implantiert, beispielsweise aufblasbare Implantate, die aus Silikonzylindern in den Schwellkörpern bestehen. Und natürlich können Medikamente helfen. Fast jeder kennt Viagra, daneben existieren Medikamente wie Levitra oder Cialis. Viagra fördert die Entspannung der Muskeln rund um die Blutgefäße, die Blut in den Penis leiten. Dadurch gelangt mehr Blut in die Schwellkörper. Viagra bekommt man heute mitunter auch im Internet; allerdings sollten Sie einen Arztbesuch einer Einnahme von Medikamenten ohne ärztlichen Rat stets vorziehen: auch bei einer Erektionsstörung.